Rückenbeschwerden: Hauptursache für krankheitsbedingte Fehltage

10. September 2021 um 10:16

Rückenbeschwerden: Hauptursache für krankheitsbedingte FehlzeitenViele spüren es bereits am eigenen Leib: Die Verspannungen im Nacken, der Schulter oder im Rückbereich nehmen zu. Und der ein oder andere hat sicherlich schon vermutet, dass die Rückenbeschwerden an der Arbeit im Homeoffice und dem unprofessionellen Arbeitsplatz liegen. Das wurde jetzt durch Auswertungen der KKH bestätigt.

Die Arbeit im Homeoffice bietet den Beschäftigten viele Vorteile. Leider aber auch Nachteile. Dadurch, dass sie aufgrund der Pandemie für die meisten Betroffenen sehr plötzlich kam, war kaum jemand arbeitsplatztechnisch darauf vorbereitet. Zu Hause fehlt es oftmals an einem geeigneten Bürostuhl und einem Schreibtisch. Mit der Konsequenz, dass das lange Sitzen in ungesunder Haltung leider häufig zu massiven Beschwerden führt.

Die KKH wertete dazu die Daten ihrer 1,6 Millionen Pflicht- und freiwillig Versicherten mit ärztlichem Attest für das erste Halbjahr 2021 aus – Arbeitslose und Rentner ausgenommen. Mit dem Ergebnis, dass mehr als 20 % der Atteste auf Muskel-Skelett-Erkrankungen zurückzuführen waren. 2020 lag der Anteil noch bei gut 17 %, die Jahre zuvor zwischen 15 und 16 %.

Blickt man auf die Krankheitsdauer, sieht man, dass mehr als 25 % der krankheitsbedingten Fehltage aufgrund von Erkrankungen des Bewegungsapparates entstehen. In früheren Jahren lag dieser Anteil noch zwischen 22 und 23 %. Rückenleiden nehmen also massiv zu.

Jedoch nicht nur die schlechtere Ausstattung des Arbeitsplatzes zu Hause ist dafür verantwortlich zu machen. Psychische Leiden, verursacht durch die Folgen der Pandemie, wie z. B. die Sorge um den Arbeitsplatz, der Verzicht auf soziale Kontakte sowie Genuss und Lebensfreude schlagen häufig auf Muskeln und Skelett. Zudem verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit zunehmend. Auch das hat negative Folgen für die Gesundheit.

Führungskräfte und Arbeitgeber sind also gefordert, das betriebliche Gesundheitsmanagement den neuen Herausforderungen entsprechend anzupassen.

Zur Pressemitteilung der KKH

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