Mitarbeiterfluktuation – was tun?

Mitarbeiterfluktuation - was tun?

Trotz Corona und der angespannten wirtschaftlichen Situation vieler Unternehmen steigt die Mitarbeiterfluktuation. 20 % der Arbeitgeber*innen erhalten derzeit mehr freiwillige Kündigungen als vor der Pandemie.

Für die Unternehmen geht das mit einigen Risiken einher. Die Kosten durch die Neubesetzung des Arbeitsplatzes steigen und mit jedem Mitarbeitenden, die/der das Unternehmen verlässt, gehen wertvolles Wissen und Kompetenz verloren. Auch auf die Unternehmenskultur wirkt sich eine hohe Fluktuation negativ aus.

Es gibt jedoch auch positive Nebeneffekte. Neue Beschäftigte bringen neue Ideen, Impulse und Kreativität mit. Sie haben einen anderen Blick auf bestehende Arbeitsabläufe und Prozesse und können dadurch Schwachstellen im Betrieb aufdecken.

Was sind die Gründe für die steigende Wechselwilligkeit?

Die Gründe sind tatsächlich vielfältig. Es muss unterschieden werden zwischen emotionalen, rationalen, persönlichen und externen Treibern.

Emotionale Gründe: z. B. Unzufriedenheit mit den Arbeitsinhalten oder dem Betriebsklima

Persönliche Gründe: z. B. Umzug oder Familienplanung

Rationale Gründe: z. B. Unzufriedenheit mit dem Gehalt, den Aufstiegschancen oder der Arbeitsbelastung

Externe Gründe: z. B. hohe Anzahl von Jobangeboten aufgrund guter Konjunkturlage

Seit einigen Jahren pendelt sich die Fluktuationsrate auf ca. 30 % ein. 2019 lag sie bei ca. 33 %, um im Jahr 2020 (mit Corona) auf 29,8 % zu fallen. Laut Information der Bundesagentur für Arbeit hat sich die Rate Ende 2020 wieder stabilisiert. Eine Umfrage der Personalberatung Robert Half im November 2021 zeigt, dass aber mittlerweile jedes fünfte Unternehmen mehr freiwillige Kündigungen als vor der Pandemie verzeichnet.

Laut statistischem Bundesamt ist die Wechselwilligkeit in den Branchen besonders hoch, in denen spezielles Fachwissen unerheblich ist und die Arbeitskräftenachfrage stark schwankt. Dazu gehören z. B. die Landwirtschaft oder das Gastgewerbe. In diesen Branchen gehen Wechselwillige ein geringes Risiko ein. Sie verlieren dort wenig fach- und betriebsspezifische Kenntnisse. Zudem sind viele dieser Arbeitsplätze ohnehin zeitlich befristet.

Angeführt wird die Tabelle der Fluktuationsraten im Branchenvergleich von der Arbeitnehmerüberlassung. In der Zeitarbeit werden die Beschäftigten rechnerisch einmal jährlich komplett ausgewechselt.

Wodurch werden die Fluktuations-Kosten verursacht?

In der Trennungsphase:                    Kündigungsgespräche und mögliche Abfindungen

Zeitraum vor Stellenbesetzung:       Stellenausschreibung, Bewerbungsgespräche, Auswahl-verfahren (z. B. Assessment Center), Vertragsverhandlungen

Einarbeitung:                                       Onboarding und Training

Wie lässt sich die Fluktuation reduzieren?

Letztlich lässt sie sich nicht komplett verhindern, muss aber im Auge behalten und gezielt gemanagt werden.

Folgende Maßnahmen sind denkbar:

  • Erhöhung der Mitarbeiterbindung
  • Veränderung der Arbeitsinhalte
  • Reduzierung der Arbeitsbelastung
  • Anpassung des Gehalts
  • Angebot von Karriere- und Entwicklungsperspektiven
  • Stärkung des Teamgeistes (z. B. auch Netzwerkangebote)

Hier ist HR also permanent gefordert, aktiv zu werden.

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