Generation Y – Fremdbild und Selbstbild

22. Februar 2018 um 10:12

Generation Y - Fremdbild und SelbstbildÜber die Generation Y ranken sich viele Mythen. Häufig ist die Rede von hohen Jobansprüchen, Fokus auf Work-Life-Balance und Tendenz zu Auslandsaufenthalten. Die Generation sei anspruchsvoll, verwöhnt, freizeitorientiert und besonders anstrengend, weil sie ständig Rückmeldungen über ihre Leistungen einfordere. Sie unterscheide sich in ihren Lebenszielen und Erwartungen an den Arbeitgeber deutlich von der Generation X und den Babyboomern.

Was ist dran an diesen pauschalen Zuschreibungen? Dazu hat das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft in Düsseldorf eine Untersuchung durchgeführt. Es hat sieben Studien ausgewertet, in denen die Betroffenen selbst befragt wurden.

Und siehe da, die Ergebnisse spiegeln nicht die üblichen Pauschalurteile wider. Sehr wichtig seien der Generation Y Familie, Freunde und soziale Kontakte, lediglich ein kleiner Anteil favorisiere Spaß und Freizeit. Vom Arbeitgeber wünschen sie sich in erster Linie Arbeitsplatzsicherheit, kollegiale Atmosphäre und Work-Life-Balance. Weiterhin werde Wert auf den Führungsstil, die Förderung von Weiterbildung, eine Feedback-Kultur und die Anerkennung von Leistung gelegt. Als weniger wichtig empfinden die Befragten Auslandsaufenthalte und häufige Dienstreisen.

Selbstbild und Fremdbild klaffen also doch auseinander. Auf wissenschaftlicher Basis waren die pauschalen Zuschreibungen nicht nachvollziehbar. Da sie nicht von den Jüngeren selbst zu stammen scheinen, liege die Vermutung nah, dass Medien und die Personalfachleute sie weitergetragen haben.

Letztendlich sei die Generation Y eine sehr heterogene, vielfältige Gruppe, die man nicht über einen Kamm scheren könne. Unterschiede zwischen den Generationen gebe es allerdings. Zwar nicht was die Wertvorstellungen und persönlichen Vorlieben betreffe, sondern die Fähigkeiten. Die Generation Y sei die erste Generation, die mit modernen Informations- und Kommunikationsmedien aufgewachsen sei und sie auch im Alltag nutzt. Das wirke sich natürlich auf die Arbeitsweise und die möglichen Aufgaben aus.

Daher müsse man zusammenfassend sagen, dass sich die Personalarbeit insgesamt flexibler auf Fähigkeiten, Neigungen und Wünsche Einzelner einstellen müsse. Das sei aber eigentlich schon immer wünschenswert gewesen.

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