Doping am Arbeitsplatz

9. Dezember 2015 um 13:05 von Ruth Gaupels

Blogbeiträge

Viel Stress im Büro, Überforderung, Versagensängste, private Probleme: Wer kennt das nicht. Einige sehen jedoch keinen anderen Ausweg als Zuflucht in Drogen und oder anderen Suchtmitteln zu suchen – allen voran Alkohol oder Medikamente, um die gewünschte Leistung zu erbringen. Leider ist das kein Randproblem Einzelner mehr und häufig gibt es dazu eine tragische Vorgeschichte. Wie reagiert man also, wenn man feststellt, dass der Kollege ein Drogenproblem hat und möglicherweise deshalb nur eingeschränkt arbeitsfähig ist und starke Leistungsschwankungen aufweist? Und schlimmstenfalls auch noch Kollegen gefährdet. Führungskräften mit Personalverantwortung kommt in der betrieblichen Suchtprävention und Suchthilfe eine Schlüsselrolle zu.

Die Auseinandersetzung mit Suchtverhalten im Betrieb ist komplex, da das ganze Umfeld des Betroffenen, angefangen von Familie bis hin zu Freunden und Kollegen, gesehen werden muss. Werden Auffälligkeiten frühzeitig erkannt, gilt es ein offenes Klärungsgespräch mit dem Betroffenen zu suchen. Dort werden seine Probleme, mögliche Verhaltensänderungen und ggf. der Leistungsabfall angesprochen – ohne jedoch eine moralische Verurteilung vorzunehmen. Bieten Sie Ihre Hilfe bei der Suche von Suchtberatungsstellen und Fachkliniken an. Wichtig ist es zu betonen, dass der Hilfeaspekt zunächst im Vordergrund steht, das Verhalten des Betroffenen zukünftig aber geändert muss, um nicht nur sich selbst sondern auch dem Betrieb noch Schaden zu zufügen. Als letzte Konsequenz sollten Sie aber deutlich machen, dass ggf. auch arbeitsrechtliche Maßnahmen in Form einer  Abmahnung bzw. Kündigung erfolgen können.

Professionelle Unterstützung bei Ihrer Vorgehensweise erhalten Sie in der mehrteiligen „Ausbildung zum betrieblichen Suchtansprechpartner“ des Poko-Instituts und der DGSM, Deutsche Gesellschaft für Sucht- und Mobbingprävention e.V.

 

Pendeln schadet der Gesundheit

28. Mai 2015 um 12:26 von Gerlinde Rau

PendelnPendeln birgt Risiken für die Gesundheit: Wer lange zur Arbeit unterwegs ist, fühlt sich weniger fit und geht häufiger zum Arzt. Zu diesem Ergebnis kommt A. Künn-Nelen von der Universität Maastricht in einer empirischen Untersuchung.

Wie sich die immer längeren Anfahrtswege gesundheitlich auswirken, hat die Forscherin anhand von Daten des British Household Panel Survey untersucht. Ihre Analyse basiert auf Angaben von über 14.000 abhängig Beschäftigten zwischen 18 und 65 mit Vollzeitstelle, die per Bus, Bahn oder Auto zur Arbeit gelangen.

Je länger Beschäftigte unterwegs sind, desto unzufriedener äußern sie sich und desto negativer fällt ihre Selbsteinschätzung aus. Außerdem steigt die Zahl der Besuche beim Hausarzt. Als besonders belastend erweist sich das Pendeln mit dem Auto: Während das Anreisen in öffentlichen Verkehrsmitteln keine messbaren Folgen hat, beeinträchtigt Autofahren nicht nur die Zufriedenheit und die Werte bei der Selbsteinschätzung, sondern geht auch noch mit einem signifikant erhöhten Body-Mass-Index einher. Zudem deuteten Studien darauf hin, dass Frauen Pendeln als stressiger empfinden. Angesichts der gesundheitlichen Risiken empfiehlt die Autorin, lange Anfahrtszeiten zu reduzieren. Betriebe könnten sich bemühen, Pendeln außerhalb der Stoßzeiten zu ermöglichen – oder Heimarbeit erlauben.

Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe Böckler Impuls Nr. 09

Gesundheitsförderung hat Potenzial

15. April 2015 um 13:15 von Gerlinde Rau

Apfeljongleur Fotolia_29445006_M_klAngesichts der demografischen Entwicklung stehen Deutsche Unternehmen vor drei großen Herausforderungen: der Überalterung der Belegschaft durch den demografischen Wandel, dem Anstieg der Krankheitskosten pro Arbeitnehmer und dem Wettbewerb um talentierte Arbeitskräfte.

Ein gezielte Gesundheitsförderung bzw. ein aktiv gestaltetes betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) wird daher immer wichtiger, denn es hilft Unternehmen, die Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter zu verbessern und Ausfallzeiten um bis zu 40 Prozent zu reduzieren. Untersuchungen von Aldana zeigen zudem:
Jeder Euro der gezielt in betriebliches Gesundheitsmanagement investiert wird zahlt sich mit 2,3 bis 5,9 Euro aus. Ausfallzeiten können bis zu 40 Prozent reduziert werden.
All diese Argumente sind durch Studien belegt und 80 Prozent der deutschen Firmen erkennen daraus auch die Notwendigkeit von BGM. Warum jedoch nur ungefähr ein Drittel von ihnen Maßnahmen ergreift, bleibt fraglich. Bei Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern ist der Nachholbedarf sogar noch größer.
Verschaffen Sie sich einen umfassenden Überblick über das Thema auf dem Symposium des Poko-Instituts: „Gesundheitsmanagement und Prävention“, 27. – 28. Oktober 2015 in Bonn-Bad Godesberg. Wenn Sie mehrere Mitarbeiter (z. B. Ihr gesamtes BEM-Team) schulen möchten, nutzen Sie das Inhouse-Angebot des Poko-Instituts.

Einführung in den betrieblichen Gesundheitsschutz

22. August 2014 um 10:49 von Gerlinde Rau

Betriebl. GesundheitsschutzPünktlich zum Inkrafttreten der novellierten Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) ist die zweite, überarbeitete Auflage des Buches „Einführung in den betrieblichen Gesundheitsschutz“ erschienen. Darin wird der novellierten Verordnung – deren Ziel es ist, durch Maßnahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge arbeitsbedingte Erkrankungen einschließlich Berufskrankheiten frühzeitig zu erkennen und zu verhüten – ein eigenes Kapitel gewidmet. Der Autor erklärt die Begriffe Pflicht-, Angebots- und Wunschvorsorge und erläutert, welche Bedeutung die Grundrechte auf informationelle Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit im Rahmen der Vorsorge haben. Der Leser erfährt, welche Konsequenzen die veränderte Verordnung für den betrieblichen Alltag mit sich bringt.

Der betriebliche Gesundheitsschutz wird immer facettenreicher, zumal der Gesetzgeber mit dem Gesetz zur Neuorganisation der bundesunmittelbaren Unfallkassen eine Integration der psychischen Belastungen in die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes vorschreibt und den Arbeitgeber hier vermehrt zur Vorsorge verpflichtet. Auch hier liefert das Buch wertvolle Hilfestellung zur betrieblichen Prävention psychischer Belastungen.

Der Autor Dr. med. Manfred Albrod ist Facharzt für Arbeitsmedizin, Umweltmedizin, Facharzt für Allgemeinmedizin, Disability Manager (CDMP) und Fachkraft für Arbeitssicherheit. Er ist Leitender Betriebsarzt in einem Großunternehmen und Mitglied in zahlreichen nationalen Gremien zum Gesundheitsschutz.
Mehr Informationen und Online-Bestellmöglichkeiten finden Sie auf den Webseiten des Rieder Verlages: http://www.riederverlag.de/

Der direkte Link zum Buch:
http://www.riederverlag.de/65+M55ec886ac19.html?backPID=12&swords=Albrod&tt_products=1138

 

Ein Hund im Büro?!

10. Juli 2014 um 14:13 von Sina Zimmermann

Fotolia_40349412_S_webDas ist nicht nur in der fiktiven Arbeitswelt von Bernd Stromberg in der Capitol Versicherung ein Streitpunkt. Dabei haben Hunde nachweislich einen positiven Einfluss auf uns Menschen. Sie steigern das individuelle Wohlbefinden und senken das Stresslevel. In Zeiten von hohen Krankheitszahlen aufgrund psychischer Belastungen und Burnout sollte das doch uns allen sehr entgegenkommen. Klar, nicht jeder mag Hunde. Manche sind halt eher „Katzenmenschen“. Und natürlich haben Allergiker keine Lust täglich mit laufender Nase und knallroten Augen im Büro sitzen zu müssen, nur weil Kollege Hund es sich mal wieder unter dem Schreibtisch bequem gemacht hat. Aber sieht man von den „Katzenmenschen“ und den Hundehaar-Allergikern ab, stellen Hunde im Büro tatsächlich eine Bereicherung dar. Sie lockern die Atmosphäre auf, sorgen für Gesprächsstoff unter Kollegen, mit Vorgesetzten und Kunden und nötigen ihre Herrchen und Frauchen zumindest zu einer kurzen Bewegungspause an der frischen Luft. Dass Pausen wichtig sind und sowohl Gesundheit als auch Konzentration fördern, braucht wohl nicht ausführlich erwähnt zu werden. Zudem wachsen Teams, die sich gemeinsam um den Büro-Hund kümmern, zusammen. Einige Unternehmen haben bereits einen oder mehrere Kollege/n Hund eingestellt, hier ein paar Beispiele: http://www.deutsche-startups.de/2013/06/03/haustiere-im-buero/

Neuer Flyer der BDP-Kampagne „Gesunde Arbeit“

18. Juni 2014 um 17:21 von Gerlinde Rau

Lap top 2Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) empfiehlt Unternehmen und Behörden, bei psychischen Belastungen auf die Kompetenzen von ausgewiesenen Experten zu setzen. Insbesondere kleinere Organisationen sind auf externe Professionalität angewiesen. „Psychologen sind die qualifizierten Fachleute, wenn es um das Erleben und das Verhalten von Menschen geht. Sie setzen wissenschaftlich fundierte Verfahren ein, zum Beispiel, wenn es um Stress am Arbeitsplatz, Wiedereingliederung von psychisch Erkrankten oder Mobbing geht“, erklärt BDP-Präsident Prof. Michael Krämer. Er betont: „Gerade beim betrieblichen Gesundheitsmanagement haben sie das erforderliche Know-how für Ursachenerforschung und für effektive Veränderungen in Bezug auf psychische Gefährdungen“. Hier ist ratsam, auf Qualität zu setzen.

Angesichts des demografischen Wandels wird die Gesundheit von Belegschaften für Unternehmen zu einem wesentlichen Erfolgsfaktor. Psychologen können ein maßgeschneidertes Gesundheitsmanagement für jede Organisation erarbeiten, in dem sie die Lage genau analysieren und Konzepte daraus ableiten, die sie auch in speziell abgestimmten Trainings und Seminaren anbieten können. Die neue BDP-Broschüre zeigt die Kompetenzen von Psychologen auf und erklärt, welche Aufgaben sie als externe oder interne Experten in Betrieben übernehmen können.

In der Kampagne „Gesunde Arbeit“ erscheint heute die achte Broschüre der Reihe zum Download unter folgendem Link:
www.bdp-verband.de/bdp/archiv/gesunde-arbeit/BDP-Broschuere-08-psycholog-unterstuetzung.pdf

Bereits erschienen sind unter anderem: „Burnout“, „Führung und Gesundheit“,
„Gefährdungsbeurteilung“, „Gesunde Arbeitsbedingungen“, „EAP“, „Stress“ und „Rücken“. Alle Broschüren stehen kostenfrei unter www.bdp-verband.de/gesunde-arbeit zum Download bereit. Sechs weitere Publikationen sind noch geplant, die auf derselben Webseite kostenfrei abonniert werden können.

Literaturtipp: BEM von A-Z – ein Praxishandbuch

22. April 2014 um 15:13 von Gerlinde Rau

BEM_von_A-ZDas Betriebliche Eingliederungsmanagement ist nicht nur für den Arbeitgeber bei jedem länger als sechs Wochen erkrankten Arbeitnehmer gesetzlich verpflichtend, es bietet auch große Mitgestaltungsmöglichkeiten für die  betriebliche Akteure und Betroffenen. Denn im Rahmen jedes BEM haben die Interessenvertretungen ein Mitbestimmungsrecht, sodass das BEM als eine gemeinsame Aufgabe von Arbeitgeber und Betriebs-/Personalrat sowie Schwerbehindertenvertretung mit dem gemeinsamen Ziel zu verstehen ist,  Arbeitsunfähigkeit zu überwinden und zukünftig zu vermeiden sowie den Arbeitsplatz des Betroffenen zu sichern. Dieses Praxishandbuch bietet von den Vorüberlegungen zur Einführung und Ausgestaltung des BEM über dessen praktische Einführung und Einzelfallproblematiken bis hin zu Rechtsfragen (insbesondere auch im Bereich der Mitbestimmung und der krankheitsbedingten Kündigung) umfassende Hilfestellung mit folgenden Themenbereichen:

Azubis und Betriebliches Gesundheitsmanagement

16. April 2014 um 16:54 von Sina Zimmermann

Fotolia_48692056_XS_webBetriebliches Gesundheitsmanagement sollte selbstverständlich alle Mitarbeiter im Unternehmen einbeziehen, von den jüngsten bis zu den ältesten Arbeitnehmern. Ein besonderes Projekt hat die Barmer GEK für Auszubildende ins Leben gerufen, den Moveguide. Grundgedanke ist, dass die jungen Kollegen frisch, motiviert, neugierig und voller Tatendrang ins Berufsleben starten. Mit ihrer Energie und Kreativität sollen sie ihre Kollegen auf den Geschmack bringen, ihr (Arbeits-)Leben gesünder und aktiver zu gestalten und somit die Gesundheitsförderung im Unternehmen voranbringen. Die Auszubildenden werden während des gesamten Projektjahres von der Barmer GEK gecoacht und bei Aktionen unterstützt. Das Projekt muss als Filmclip, Collage, Fotoalbum o.ä. sowie einer schriftlichen Beschreibung dokumentiert und bei der Barmer GEK eingereicht werden, sodass die innovativste Azubi-Gruppe ermittelt werden kann. Vielleicht eine schöne Idee, um auch Ihre Azubis aktiv am Betrieblichen Gesundheitsmanagement zu beteiligen?!

https://firmenangebote.barmer-gek.de/barmer/web/Portale/Firmenangebote/Gesundheitsangebote-fuer-Beschaeftigte/Gesundheit-im-Unternehmen/Moveguide/Moveguide.html?w-cm=LeftColumn_t545576