Übe Dich in Geduld… und Du wirst erfolgreich sein..?!

31. März 2014 um 17:15 von Gerlinde Rau

Sicherlich haben Sie schon einmal von Walter Mischel gehört. Sein Experiment, der „Marshmallow-Test“ ist einer der bekanntesten Tests der Psychologie. Im Zeitraum 1968-1974 führte er Studien zum Belohnungsaufschub durch. Unter anderem gab er Kindern einen Marshmallow, den sie sofort essen konnten oder sie konnten einige Zeit allein in einem Raum bleiben und würden, nach seiner Rückkehr einen zweiten Marshmallow erhalten wenn sie den ersten nicht gegessen hätten. Im Zeitraum 1980-1981 führte Mischel weitere Studien an diesen Teilnehmern durch und es zeigte sich, dass diejenigen, die sich damals bereits beherrschen und warten konnten, eine deutliche bessere Selbstkontrolle hatten und erfolgreich, erfolgreicher als die „Ungeduldigen Testpersonen“ in ihrer Laufbahn waren. Die Ungeduldigeren hingegen konnten schlechter mit Stress und Frustration umgehen.

Dieses Experiment führte zu weiteren Diskussionen, auch ob die mehr oder weniger stark ausgeprägte Fähigkeit zur  Selbstkontrolle zumindest zum Teil genetisch bedingt ist. Die Psychologin Celeste Kidd von der Rochester University führte in weiteren Studien den Fakt an, dass der Außeneinfluß auf die Kinder in dem Marshmallow Test nicht berücksichtigt wurde und dies einen erheblichen Einfluß auf das zugrunde Verhaltensmuster haben kann. So konnten Kinder, die durch die Wartezeit tatsächlich „belohnt“ wurden, die Selbstkontrolle länger aufrecht erhalten. Diejenigen Kinder, die durch die Personen, die den Test durchführten, enttäuscht wurden, lernten, dass sich die Selbstkontrolle nicht unbedingt „lohnt“, da das in Aussicht gestelllte positive Ereignis nicht eintrat. Darunter litt auch die Motivation zur Selbstkontrolle.

Erfolgreiche Strategien der Kinder zur Selbstkontrolle: den Marshmallow verstecken, sich ablenken und anderweitig beschäftigen und ganz Geschickte knabberten den Marshmallow nur von unten an, schließlich muss man wissen ob sich das Warten lohnt ;-). Und weil es so schön war, hier einige Impressionen aus einem Marshmallow Test.

http://www.youtube.com/watch?v=QX_oy9614HQ

 

Dreibeiniger Hund Kaya darf nicht mehr ins Büro

28. März 2014 um 15:49 von Gerlinde Rau

Nun ist es endgütig. Auch in zweiter Instanz hat die Hundebesitzerin Claudia van de Wauw verloren, sie darf ihre Hündin Kaya nicht mehr mit ins Büro bringen. Die Klägerin hatte jahrelang ihren Hund mit ins Büro bringen dürfen. Nun hatten sich andere Mitarbeiter beschwert und auch angegeben, aus Angst vor dem Hund sich nicht mehr in Frau Wauws Büro zu trauen. Der Hund knurre, belle und zeige Revierverhalten.

Der Arbeitgeber untersagte das Mitbringen des Hundes. Die Klägerin fühlte sich gemobbt. Das LAG Düsseldorf hat das Urteil der Vorinstanz bestätigt, der Arbeitgeber hat hier in rechtlich zulässiger Weise von seinem Direktionsrecht Gebrauch gemacht.

Zwar verhielt sich der zum Gerichtstermin mitgebrachte Husky-Mischling Kaya unauffällig und es wurde auch ein Gutachten der Klägern zur Ungefährlichkeit des Hundes erbracht, jedoch haben mehrere Zeugenaussagen  die Störung im Betrieb durch das Verhalten des Hundes bestätigt. Das LAG Düsseldorf hat daher dem Arbeitgeber zugestimmt, dass dieser seine zuvor erteilte Erlaubnis den Hund mitzubringen, widerrufen konnte. Diese habe nämlich unter dem Vorbehalt gestanden, dass der Hund den Betriebsablauf nicht störe. Durch die eingetretenen Störungen durfte der Arbeitgeber aufgrund seines Direktionsrechtes die Erlaubnis zurücknehmen.Die Revision wurde nicht zugelassen.

LAG Düsseldorf, Urteil vom 24.03.2014  Aktenzeichen: 9 Sa 1207/13

Homeoffice in der Diskussion – ein Dauerthema

28. März 2014 um 12:05 von Heike Holtmann

HomeofficeHeimarbeit – super! Oder doch eher: nein danke!? So sehen das zumindest viele deutsche Mitarbeiter – nicht nur bei Microsoft. Wir erinnern uns: Microsoft hatte die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Homeoffice als Begründung für die Schließung der Standorte in Hamburg, Böblingen und Bad Homburg herangezogen. Die betroffenen Arbeitnehmer sollten – „flexibel und familienfreundlich“– zu Hause arbeiten. Homeoffice als Zauberwort – und schon hat man ein Bild vor Augen: Mitarbeiter sitzen gemütlich im Garten und verrichten ihr Tagwerk am heimischen PC, die Sonne scheint und die Kinder spielen zufrieden…

 

Mittlerweile sind die Schließungspläne bei Microsoft längst wieder vom Tisch – vermutlich auf Druck der Mitarbeiter bzw. Arbeitnehmervertretung.  Insgesamt kann zwar die Tätigkeit im Homeoffice für den Arbeitnehmer vor allem zu einer Verbesserung der Work-Life-Balance führen. Verbesserte Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie eröffnen sich. Und der Arbeitnehmer ist viel flexibler bezüglich Wiederaufnahme von Tätigkeiten, zum Beispiel nach Ende der Elternzeit. Hinzu kommen ggf. steuerliche Vorteile. Und auch für den Arbeitgeber bringt das „Auslagern“ der Tätigkeiten Vorteile. Er benötigt in der Regel weniger Bürofläche, außerdem kann eine erhöhte Motivation des Arbeitnehmers zu verbesserten Arbeitsergebnissen führen.

 

ABER es gibt dann auch noch eine große Kehrseite der Medaille: die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben des Mitarbeiters kann verschwimmen, es fehlt der direkte tatsächliche (nicht nur virtuelle) Kontakt zu den Kollegen und Technologien zur Kontrolle von Arbeitnehmern finden ggf. Eingang in die häusliche Umgebung. Weitere Nachteile können sich ggf. für die Karriere des Mitarbeiters ergeben, frei nach dem Motto: aus den Augen – aus dem Sinn. Und nicht zuletzt ist zu bedenken, dass nicht jeder über die Fähigkeit verfügt, effektiv und effizient in unmittelbarer Nähe des privaten Lebensraums zu arbeiten, hier ist viel Selbstdisziplin erforderlich. Also auch eine Charakterfrage, so erläuterte jüngst die Wirtschaftswoche unter Hinweis auf eine neuere Studie der Universität von Calgary WIWO.DE.

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Ob praktikabel oder nicht – das muss im Einzelfall beurteilt werden, abhängig von den Möglichkeiten und Belangen des Betriebes und von den Möglichkeiten und Wünschen des Arbeitnehmers. Und natürlich auch abhängig von der Unternehmensphilosophie und Führungskultur: Ein Management, das verstärkt auf Mitarbeiterkontrolle setzt und es mit dem Mitarbeiterdatenschutz nicht so genau nimmt, wird auch nicht erfolgreich die Idee des Homeoffice umsetzen können. Ein Management, das zu enge Zeitvorgaben setzt, frustriert die Mitarbeiter im Homeoffice. Wenn Arbeit entsprechend ausgelagert werden soll oder bereits ist, müssen klare Strukturen her: Aufgaben klar definieren, ggf. Zielvorgaben mit dem Mitarbeiter besprechen, die notwendigen Ressourcen bereitstellen, ein offenes Ohr für Probleme persönlicher und sachlicher Art bei der Umsetzung haben und ansonsten den Arbeitnehmern mit Wertschätzung und Vertrauen begegnen!

 

Alle vier Jahre einen neuen Arbeitgeber

24. März 2014 um 12:28 von Ulrich Schulze

Laut einer Umfrage der Stellenbörse Stepstone, sollen Fach- und Führungskräfte ihren Arbeitgeber doppelt so häufig wechseln, wie der deutsche Durchschnitt. Die Hälfte der deutschen Arbeiter und Angestellten bleiben mindestens 10 Jahre bei einem Arbeitgeber. Dagegen sollen sich Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Betriebswirtschaft, IT, Ingenieur- und Gesundheitswesen sowie Forschung und Entwicklung bereits nach vier Jahren einen neuen Arbeitgeber suchen.

Mir stellen sich dabei aber zwei Fragen. Wie repräsentativ sind die 2000 Befragten? Stepstone dürfte die eigenen „Kunden“ befragt haben. Und wer sich auf einer Stellenbörse umschaut, ist ggf. schon auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber.

Und wie bitte definiert sich Fach- und Führungskräfte? Ich messe solchen Umfragen nicht viel Bedeutung bei.

Hier gehts zur Umfrage.

 

 

Sich selbst und Mitarbeiter gesund führen

17. März 2014 um 15:10 von Gerlinde Rau

Gesundes TeamBetriebliches Gesundheitsmanagement ist zurzeit ein Topthema in Unternehmen. Kein Wunder, denn psychische, meist mit Stress in Verbindung gebrachte Krankheiten sind inzwischen so häufig, wie noch nie und führen vermehrt zu Arbeitsausfällen und Demotivation – der Lösungsdruck ist hoch.

 Im Rahmen von betrieblichem Gesundheitsmanagement werden daher immer differenzierte Maßnahmen in Unternehmen ergriffen. Das Angebot des Unternehmens muss allerdings von den Führungskräften und Mitarbeitern auch wahrgenommen und in den Alltag integriert werden, sonst entfalten sich keine positiven Wirkungen. Dies klingt einfach, ist aber mit der Arbeitssituation nicht immer in Einklang zu bringen. Eine neue Haltung muss entwickelt werden,  emotionale und körperliche Bedürfnisse sind ernst zu nehmen und Kompetenzen des Selbstmanagements sind einzuüben und zu praktizieren. Das Unternehmen trägt durch eine förderliche Unternehmenskultur für die Umsetzung des Gesundheitsmanagements eine wesentliche Verantwortung.

Was kann nun die betroffene einzelne Führungskraft für sich und ihre Mitarbeiter konkret tun:

Als Führungskraft Vorbild sein und sich selbst gesund führen. Dazu gehört ein radikales Überdenken des eigenen Arbeitsstils und gezielte, evt. Extern unterstützte Entwicklung von neuen Strategien, Haltungen und Verhaltensweisen. Hilfreich ist in einem ersten Schritt sich Fragen zu stellen: Was treibt mich an (Perfektion, Geschwindigkeit, Anerkennung, Konkurrenz, Durchhalten…)? Wie gut kann ich abgeben, um Hilfe bitten? Wie gut kann ich „Nein-sagen“, Grenzen aufzeigen? Womit verbringe ich gerne Zeit und ist dies effektiv? Wie möchte ich idealerweise arbeiten? Wer möchte ich sein?

 Als Vorbild gibt die Führungskraft ihren Mitarbeitern Orientierung und damit Sicherheit, eigene Wege zu entwickeln. Wie können Sie Ihre Mitarbeiter konkret unterstützen?

 Gehen Sie vor allem in die Coach Rolle. Führen Sie häufiger „kleine“ Mitarbeitergespräche, mit dem Ziel gesundheitsschädliches Verhalten zu erkennen und ein passendes Vorgehen gemeinsam zu entwickeln. Bleiben Sie dran, fragen Sie nach, beobachten Sie die Entwicklung. Machen Sie das Thema „Gesundheit“ zu einem regelmäßigen Thema in Ihren Teammeetings. Entwickeln Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern ein Verständnis zu dem Thema und definieren Sie eine Strategie „Was wollen wir uns für diese Jahr vornehmen?“ Dies können Methoden der wertschätzenden Kommunikation, Bearbeitung von Konflikten, der gemeinsame Spaziergang mit einem Kollegen nach dem Mittagessen etc. sein. Sie glauben nicht, wie kreativ ein Team werden kann, wenn Sie die Leitfragen stellen: „Was können wir tun, damit es uns hier gut geht?“ Beobachten Sie die Wirkungen und reflektieren Sie diese mit Ihren Mitarbeitern. Gesundheitsmanagement ist letztendlich Lebensmanagement!

Von: Michael Fischer und Viva Fialka, Managementtrainer und Berater

Nur kurz eingenickt – Power Nap am Arbeitsplatz

6. März 2014 um 17:52 von Sina Zimmermann

Fotolia_51489307_XS_InternetDer Begriff Power Nap klingt nicht nur modern, sondern hat sich auch im deutschen Sprachgebrauch etabliert. Vermutlich jeder weiß, was damit gemeint ist. Diverse Studien belegen zudem die Effektivität des Power Naps und die positiven Auswirkungen auf Gesundheit und Arbeitsleistung. So sollen 15 Minuten Mittagsschlaf ausreichen, um die Leistungsfähigkeit um 35 % zu steigern und langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (bei regelmäßigem „Power Napping“) um 30 % zu senken. Also worauf warten Sie noch? Probieren Sie es doch einfach mal aus, und machen für 15 Minuten an Ihrem Arbeitsplatz die Augen zu! Die Reaktionen von Kollegen und Vorgesetzten sind sicherlich filmreif…Oder wie würden sie gucken, wenn Sie Ihren Kollegen am Schreibtisch gegenüber plötzlich schnarchen hören?!? Tja, soviel also zum Power-Nap. Leider ist er tatsächlich noch längst nicht angekommen, in unserer Arbeitswelt. In Japan beispielsweise sieht das anders aus. Dort zeigt ein kurzes Nickerchen (allerdings im Sitzen), dass man sehr hart gearbeitet hat und davon völlig erschöpft ist. Was bei uns also der volle Schreibtisch und die gestresste Haltung ist, ist in Japan das Nickerchen. Wenige deutsche Unternehmen haben sich die Studien zum Mittagsschlaf tatsächlich auch bereits zu Herzen genommen. Der stets innovative Konzern Google zum Beispiel. Dort stehen für den Mittagsschlaf gemütliche Hängesessel, Farbtherapiekabinen und ein abgedunkelter Ruhesaal mit Aquarien bereit. Ein einfach, aber gemütlich eingerichteter Ruheraum würde es vermutlich auch tun. Nur was nutzt dieser, wenn die Unternehmenskultur nicht passt…